SlowLifeLab

Laboratorium für Traditionelles und Historisches

Wandern mit Büchern

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Nun saß ich auf der Friedhofsbank, eine mehrstündige Neckarsteig-Wanderung vor mir, eine Papiertüte ungelesener Sachbücher in meiner Hand und ein angelesenes Buch in meiner Tasche. Die Verpflegung bestand aus sechs Schokoladentäfelchen vom Abendbummel Neckargemünd, von denen ich erwartungsgemäß nicht ein einziges essen würde.

Wie kam ich dahin?

Nachdem wir meine vorbestellten Bücher im Buchladen abgeholt hatten, wollte #menschlein noch ein wenig Fotowalken.

Der Klassiker, aufgenommen von #menschlein

Kurz nach der kleinen Brücke über die Elsenz fielen mir die Neckarsteig-Wegmarkierungen1 auf und ich machte den Fehler, #menschlein darauf hinzuweisen. Die Antwort kam prompt: „Neckarsteig! Wandern! Lass uns wandern! Du willst doch abnehmen!“. Dieser Argumentation stand ich machtlos gegenüber. Schließlich hatte ich beim Frühstück lang und breit erklärt, warum Meisen Fettreserven brauchen, zivilisierte Menschen aber körperliche Anstrengungen künstlich herbeiführen müssen.

In der Hoffnung, dass #menschlein nach ein paar Wanderwegweisern die Lust verliert oder am Friedhof klebenbleibt, erklärte ich mich einverstanden. Schließlich versteht sich slowlifelab als Forschungslaboratorium rund um SlowLife und wandern gehört definitiv zu SlowLife, genauso wie Bücher.

Das Beste aus der Situation machen

Die erste Friedhofsbank war natürlich meine. Ich las mich sofort in [wp_booklooker_solo isbn=“9783411749218 „]“ fest, und entdeckte dort überraschenderweise einen Hinweis auf vm-people, einer Agentur, mit der Dorothea Martin 2 verbunden ist. Das zweite Buch hatte ich unter anderem gekauft, weil ich eine der Übersetzerinnen und Mitautorinnen kenne. Außerdem kann ein Referenzwerk wie [wp_booklooker_solo isbn=9783868992366] nicht schaden.

Ein ruhiger Platz zum Lesen …

Genaugenommen saß ich gerade mit Wibke Ladwig3 und Dorothea Martin auf dem Friedhof.

Mit von der Partie, wenn auch ohne persönlichen Bezug, war der Schreibkurs [wp_booklooker_solo isbn=“9783411753710″], den ich angelesen, aber noch nicht durchgearbeitet habe.

Wir haben Kameras, einen Wanderweg, die Anweisung, auf Reisen zu schreiben und literarische Repräsentationen von Bekannten. Alles hat sein Gutes, also muss auch aus dieser Situation etwas Sinnvolles zu machen sein.

So gingen wir mit Dorothea und Wibke wandern.

Der Weg führte uns zunächst durch Laubwald, dann durch Nadelwald. Nadelwald in Monokultur ist mir unheimlich, obwohl ihn der fehlenden Bodenbewuchs überschaubar macht. Irgendwie sieht er immer neblig aus und ich erwarte jeden Moment kleine graue Kapuzenmännchen, die von Baum zu Baum huschen.

Kapuzenmännchen blieben aus, aber ein paar seltsame Markierungen fanden wir schon.

Vor dem Endspurt zum Neckarriedkopf, versuchten auch wir uns am Steinmännchen-Bauen. Dabei entdeckten wir einen Benjes- bzw. Totholzwall.

Auf dem Neckarriedkopf befindet sich eine Schreinerwerkstatt, die Bänke verkauft. Leider konnte ich bisher keine weiteren Informationen dazu finden.

Gegenüber stehen eine  eine Grillhütte und ein Sendemast. Gemütliche Bänke luden uns zum Rasten, Lesen und Schokolade vertilgen ein. Ich las alleine in “Schreiben unter Strom” und gemeinsam mit #menschlein im Junior-Magazin des Buchladens.

Danach entschieden wir uns, nicht den gleichen Weg zurück, sondern in Richtung Melacpass4 zu laufen.

Am Mélacpass trifft der Neckarsteig auf den Sinnenpfad. #menschlein ist glücklich. Nicht nur wandern, sondern auch noch Stationen zum Entdecken und ausprobieren. Irgendwann werde ich mal über die Parallelen zwischen Kreuzwegen und Sinnenpfade schreiben. Aber nicht heute.

Auf dem Sinnenpfad haben Dorothea und Wibke neue Bekannte kennengelernt und sind geklettert.

Mit Büchern kann man auch lustige Versteckspiele machen:

Dass Bücher ein Teil des World-Wald-Web sind, zeigen die folgenden Aufnahmen am Ende des Sinnenpfades:

Dann verließen wir den Sinnenpfad und gingen nach Hause.

Das Forschungsergebnis

Fazit des Forschungslaboratoriums für SlowLife über Wandern mit Büchern: forschungsergebnis

  1. Der Neckarsteig ist ein 2012 eröffneter Fernwanderweg, der vom Odenwaldclub betreut wird. Mehr dazu auf der Website des Neckarsteiges
  2. Dorothea Martin ist Verlegerin, textet und konzipiert und verzaubert Berlin mit weißen Kaninchen. Mehr über Dorothea und Ihren Verlag im SlowLife-Interview mit dem Wilden Dutzend.
  3. Die quirlige Wibke Ladwig ist nicht nur als Autorin von Fachbüchern tätig, sondern berät Einzelpersonen und Unternehmen bei der Einführung von Social Media, pflegt Social Media Accounts und entwickelt Konzepte für Online-Kampagnen.
  4. Der Melacpass erinnert an den französischen General und Kriegsminister Ezéchiel de Mélac, der über das langsam an Netzpopularität gewinnende Waldhilsbach einen Handstreich gegen Neckargemünd führen wollte. Es gelang ihm nicht. In den folgenden Jahrhunderten war Mélac bzw. Mellag ein beliebter Hundename.

Autor: Alice Scheerer

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