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Subsidienzküche light: Kohlrabiblättersuppe

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Fast alle Zutaten für Kohlrabiblättersuppe (es werden mehr Blätter benötigt)

Fast alle Zutaten für Kohlrabiblättersuppe (es werden mehr Blätter benötigt)

Idealerweise wachsen im Garten dicke Kohlrabi mit ein paar Blättern. Aber manchmal wollen die Kohlrabi auch nach noch so langem Zuwarten nicht dicker werden und ziehen es vor, aufzuplatzen und zu vergammeln. Manchmal lassen sie sich auch von dicken Schnecken aushöhlen.

Kohlrabiblätter sind meistens weniger empfindlich und sprießen unaufhörlich.

Zum Glück kann man auch aus Kohlrabiblättern und mickrigen Kohlrabis ein schmackhaftes Essen zaubern. Für ganz Glücklose gibt es auch Rezepte ganz ohne Kohlrabis, z.B. die Griesnockerlnsuppe nur aus Kohlrabiblättern. Ganz nebenbei tut man damit etwas für seine Gesundheit: Kohlrabiblätter haben gegenüber der Knolle einen rund doppelt so hohen Gehalt an Vitamin C, der Gehalt an Carotin ist 100 mal so hoch, der von Calcium und Eisen 10 mal so hoch.1.

Vor ein paar Tagen habe ich „Kohlrabi, Niederbayrische Art ausprobiert. Da sie bereits etwas in Mitleidenschaft gezogen waren, habe ich nicht alle verwendeten Kohlrabiblätter fotografiert. Anders als die Abbildung suggerieren mag, reicht ein einzelnes Blatt nicht aus um eine Suppe zu kochen. Besser sind 15-20 Blätter. Alle anderen Bilder entsprechen der Anleitung.

Wie kocht man Kohlrabiblättersuppe?

Für 4 Portionen werden folgende Zutaten benötigt:

  • 4 Kohlrabi samt ihren Blättern
  • 1 EL Butter
  • 100g Sahne (je nach Geschmack Sußrahm, Sauerrahm oder Creme Fraiche)
  • 2 EL Mehl
  • Salz und Pfeffer
  • etwa 750 ml Wasser

Zunächst trennt man die Blätter von der Knolle und trennt die Mittelrippe heraus.

Blätter von der Knolle die Mittelrippe heraustrennen

Blätter von der Knolle die Mittelrippe heraustrennen

Diese Knolle besteht nicht nur aus Blattstielen ... rechts ist sie geschält zu sehen.

Diese Knolle besteht nicht nur aus Blattstielen … vorne rechts ist sie geschält zu sehen.

Sodann die Blätter in kochendes Wasser geben und 10 Minuten lang kochen.

Während die Blätter kochen, die Kohlrabi schälen und in Stifte schneiden. Bei meinen kleinen Kohlrabi reichte ein Messer, man kann jedoch auch einen Hobel oder Pommes-Frites-Schneider verwenden.

Kohlrabistifte kann man mit einem Messer, einem Hobel oder einem Pommes-Frittes-Schneider herstellen

Kohlrabistifte kann man mit einem Messer, einem Hobel oder einem Pommes-Frittes-Schneider herstellen

Danach die Blätter mit dem Pürierstab fein pürieren.

Die gekochten Kohlrabiblätter pürieren

Die gekochten Kohlrabiblätter pürieren, wahlweise mit der „Flotten Lotte“.

Die Stifte in heißer Butter wenden bis sie bissfest sind und das Mehl darüber stäuben. Das ursprüngliche Rezept rät an dieser Stelle, die angebratenen Kohlrabistifte mit der Kohlrabiblättersuppe zu übergießen. Weil es hübscher aussieht, habe ich die Stifte auf der Suppe dekoriert.

Kohlrabistifte in heißer Butter wenden

Kohlrabistifte in heißer Butter wenden

Sodann mit Pfeffer und Salz abschmecken und ja nach Geschmack mit saurer oder süßer Sahne verfeinern.

Kohlrabiblättersuppe pfeffern und salzen

Kohlrabiblättersuppe pfeffern und salzen


Uns erschien die Suppe alleine schon recht nahrhaft. Bei großem Hunger können (echt niederbayrisch) Semmelknödel gereicht werden.

Voilà: Kohlrabiblättersuppe!

Voilà: Kohlrabiblättersuppe!

Wissenswertes über Kohlrabi

Kohlrabi stammt, wie Brokkoli, Wirsing und Blumenkohl vom Gemüsekohl ab. Der Name Kohlrabi setzt sich aus der lateinischen Bezeichnung für Rübe, rab und Kohl zusammen und bedeutet folgerichtig „Kohlrübe“2.
Man vermutet seine erste Erwähnung bei Plinius dem Älteren (23 – 29 v. Christus)3. Möglicherweise hat dieser aber auch einen Markstammkohl gemeint 4.

In Deutschland ist Kohlrabi seit dem 16. Jahrhundert nachgewiesen. Wie alle Kohlarten (z.B. der Rotkohl) ist Kohlrabi zweijährig und blüht erst im zweiten Jahr. Seine Früchte sind Schoten, die sich aus den Blüten bilden. Allerdings wird er in der Rege bereits im ersten Jahr geerntet und an Stelle der Samen seine Sprossachse gegessen 5.

Die Hauptanbaugebiete in Deutschland sind Nordrhein-Westfalen, die Umgebung von Köln und Bonn, am Niederrhein in Bayern und Baden-Württemberg. Außerhalb unserer Nachbaländer Italien, Frankreich, Österreich, der Schweiz, Polen und den Niederlanden ist Kohlrabi gänzlich unbekannt.

Probleme beim Anbau von Kohlrabi

Die zylindrische Knollenform bei unserem Kohlrabi deutet laut Wikipedia auf zu geringen Pflanzabstand und/oder Lichtmangel hin. Unser letzter Kohlrabi war wohl zu großen Feuchtigkeitsschwankungen ausgesetzt. Deshalb platzte er auf 6.

  1. Quelle:Wikipedia über Kohlrabi. Auch der FOCUS ruft zum Verzehr von Kohlrabiblättern auf, dieser Beitrag ist aus Gründen des USG nicht verlinkt.
  2. Quelle: Wikipedia über Kohlrabi.
  3. Mehr über Plinius den Älteren bei Wikipedia.
  4. Quelle: Wikipedia über Gemüsekohl.
  5. Quelle: Freundeskreis Botanischer Garten Aachen.
  6. Mehr über die Kohlrabi bei Wikipedia.

Autor: Alice Scheerer

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Ein Kommentar

  1. Liebe Alice Scheerer,

    toller Blog und super Themen! An dem einen oder anderen bin ich auch dran. Wenn ich bloß nicht mehr diese blöden Taler verdienen müsste – ich könnte so viel Sinnvolleres anstellen!

    Immerhin: Aus Radieschen- und Kohlrabilaub habe ich schon Pesti gemixt.

    Radieschenblatt-Pesto

    1 Bd. Radieschenblätter
    1 Zehe Knoblauch / oder eine Handvoll Bärlauchblätter
    1 Handvoll Sonnenblumenkerne
    Saft ½ Zitrone
    Rapsöl oder ein anderes gutes Speiseöl
    Salz, Zucker und Pfeffer

    Alles im Mixer zu einer geschmeidigen Paste mixen. Super als Brotaufstrich oder mit Nudeln und geviertelten, angebratenen Radieschen.

    Kohlrabiblatt-Pesto

    Blätter von 1 Kohlrabiknolle
    1 Teel. abgeriebene Zitronenschale
    Saft ½ Zitrone
    Kürbis- bzw. Sonnenblumenkerne oder Walnüsse
    1 geh. Teel. Cumin (Kreuzkümmel)
    1 kleine Chilischote
    6-7 getrocknete Tomaten
    gutes Speiseöl
    Salz, Zucker, Pfeffer

    Alles grob zerkleinern und im Mixer zu einer geschmeidigen Paste rühren. Toller Brotaufstrich oder zu Pellkartoffeln.

    Es grüßt aus Baden

    die Silke :-)))

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