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Kachelofen + Küchentisch = Teppich

| 2 Kommentare

Der erste Teil der Küchentischplatte im Kamin

Der erste Teil der Küchentischplatte im Kamin

Kamin – Teppich = Kamin + Küchentisch

Ein Grund den „Letzten Heller“ zu kaufen, waren die Abmaße des Wohnzimmers. Denn unser Teppich passt perfekt zwischen Außenwand und Kamin.
Leider handelte es sich bei dem offenen Kamin nur um eine Attrappe. Sie lehnte sich an einen echten Schornstein an, der in den 60er Jahren zum Lüftungsschacht umfunktioniert worden war.

In Potemkins Kamin brannte kein einziger Holzscheit

In Potemkins Kamin brannte kein einziger Holzscheit

Einen frei stehenden Ofen wollten wir nicht. Der steht im Weg, hat wenig Fläche zum ankuscheln und ist außerdem viel zu einfach. Wir wollten einen möglichst vielseitig verwendbaren Ofen, am besten einen, mit dem man gleichzeitig noch Wasser für die Heizkörper erwärmen und Brot backen kann. Leider kann selbst ein Kachelofen vom Fachmann keine die Wünsche auf einmal erfüllen. Entweder warmes Wasser, oder Brotbacken. Da ein denkmalschutzgerecht renoviertes Fachwerkhaus nie so wärmedicht wie ein Passivhaus sein wird, entschieden wir uns für die Wassertasche.

Nach unzähligen Gesprächen mit und ohne Ofenbauer, mit und ohne Schornsteinfeger und Zimmermann und mit und ohne Notizen, blieben nur noch ein paar Alternativen übrig.

Die erste war: Wir bauen den alten Lastenaufzug vom Keller ins erste Obergeschoss aus und setzen den Kamineinsatz in den verbleibenden Schacht.
Die zweite war: Wir beheizen den Ofen vom Gastraum aus. Dazu entkernen die Garderobe.

Mir war die erste Alternative sympathisch. Für die Vorbesitzer, mit der Küche im Keller, war der Aufzug zum Gastraum unabdingbar. Aber, ganz ehrlich, braucht man einen Aufzug von der Werkstatt ins Wohnzimmer?
Das Argument des Ofenbauers „Wenn sie alt sind, müssen sie das Holz nicht nach oben tragen“ leuchtete mir nicht ein. Denn um es aus dem Keller zu holen, muss ich es dort ja auch hintragen.

Aber wenn es meine Familie und mich doch einmal nach heimeliger Lagerfeuerathmosphäre gelüstet, so fänden wir uns gemeinsam im Treppenhaus wieder, vor dem Sichtfenster des JU11. Also ließen wir den Lastenaufzug wo er war und verwandelten unser Wohnzimmer für die folgenden Monate in eine ungastliche Sandwüste.

Um die Wärme trotzdem möglichst komplett auszunutzen, wird der Heizeinsatz um gemauerte Züge ergänzt. Die brauchen mehr Platz als ein potemkinscher Lüftungskamin. Die Grundfläche muss verbreitert werden. Und so geriet unser Teppich nicht nur in den Sand, sonder auch in arge Platznot und rief Herzblatts Beschützerinstinkt auf den Plan.

Herzblatt hat schon früher gerne Möbel gebaut und restauriert und dabei Altes wiederverwendet. Vor 20 Jahren hat er zum Beispiel einen Ess- und Arbeitstisch für die Küche konstruiert. Die Tischplatte besteht aus lackierten Baudielen für den Essbereich und einer Steinplatte zum Zubereiten. Zuvor diente die Steinplatte als Ofen-Brandschutzplatte. Fast noch schwerer als die Steinplatte ist der Rahmen auf dem die kombinierte Tischplatte bis vor Kurzem auflag. Sie ist aus Baustahl-Winkelprofilen geschweißt.
Der Tisch begleitete uns auf so einigen Umzügen. Inzwischen brauchen wir ihn nicht mehr. Eine Erbschaft führte einen noch schwereren Tisch in unser Wohnzimmer.

Der Erker wird höher gemauert.

Der Erker wird höher gemauert und eine weitere Strebe eingezogen

Seit dem letztem Wochenende hilft der Tischrahmen aus Winkelprofilen beim Erhalt unseres Teppichs. Er verstärkt als tragender Rahmen den Erker auf dem später die Kaminzüge aufgemauert werden.

Der Kachelofen kann kommen

Der Kachelofen kann kommen

Autor: Alice Scheerer

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2 Kommentare

  1. Ui, hat der Kamin jetzt diesen Vorsprung, damit drunter der Teppich mehr Platz hat? – Diese Idee ist wirklich würdig, das Erbe des Potemkinschen Kamins anzutreten ;-) Gibt aber – und darauf kommt es schließlich an – mehr Wärme.
    Toll, das mit den Wassertaschen! Dazu kann ich Euch wirklich beglückwünschen, liebe Alice. Ich würde es auch machen, aber vermute, dass man einen Pufferspeicher dazu braucht. Und für den ist in meinem Hochwasser-Häuschen kein Platz.
    Viel Spaß beim Weiterbauen und -tüfteln! Ich hoffe, es gibt dann auch mal ein Montagsbild mit Kamin und Teppich!
    Liebe Grüße, Katrin

    • Liebe Katrin,
      wir dachten, wie meine Eltern auch, dass wir um den Wasserspeicher herumkommen, aber letztendlich holt er jeden ein …
      In der Beschreibung unserer Wassertasche sind jedoch Lösungen ohne Pufferspeicher vorgesehen. Sogar der direkte Anschluss an eine Heizung. Ich weiß nur nicht so recht, ob die Beschreibungen der aktuellen Gesetzgebung entsprechen.

      Liebe Grüße vom Neckar,

      Alice

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