SlowLifeLab

Laboratorium für Traditionelles und Historisches

Mein Arbeitszimmer – Mein wichtigster Ort im Haus

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Vor zwei Jahren haben wir eine ehemalige Gaststätte gekauft, das Restaurant und Weinstube „Zum letzten Heller“, ein Fachwerkhaus, erbaut im Jahr 1700. Da wir direkt eingezogen sind, werden wir die nächsten 20 Jahre mit gleichzeitigem Umherräumen und Renovieren beschäftigt sein. Über unser Leben und den Umbau berichte ich seit Juli regelmäßig in unserem Blog und auf Facebook und Twitter. Daher ist mein Arbeitszimmer für mich gerade der wichtigste Ort im ganzen Haus.

Hier kann ich handeln, ohne zu diskutieren oder mich rechtfertigen zu müssen. Ich kann zum Beispiel….

Dekorieren

]Dekorieren und Bilder aufhängen

Dekorieren und Bilder aufhängen

In den neun Studentenzimmern und Mietwohnungen zuvor war ich zufrieden, wenn die wichtigsten Dinge einen festen Platz hatten, so daß ich sie jederzeit wieder in Umzugskisten verstauen konnte. Seitdem ich ein Arbeitszimmer im Eigenheim besitze, erfasst mich ab und an die Dekorationswut. Während einem dieser Anfälle besorgte ich eine kleine Wäschespinne und wandelte sie zu meinem persönlichen Inspirationsquirl. Im Moment zieren meine Lieblingsmotive von dm den Inspirationsquirl.

Meine Lieblingsbilder aufhängen

Den Herrn im Tweedsakko habe ich Ende der Achtziger in einer Zeitschrift gefunden. Das Thema der Fotostrecke war in etwa „Ein Wochenende auf dem englischen Familienlandsitz“. Als frustrierter Teenager hätte ich meine Familie sofort gegen diesen gelassen lächelnden Adligen eingetauscht und darum wanderte er demonstrativ in den ovalen Familienbilderrahmen.

Vor kurzem hat er eine passende Gefährtin gefunden, die bewundernswerte Dänin Didder Rønlund, die seit über 60 Jahren als Modejournalistin arbeitet. Nun lächeln mir beide wohlwollend beim Arbeiten zu1.

Ein Herr mit Lachfalten, der bei entsprechenden Anlässen gerne Kombinationen aus Hemd, Weste, Tweedsakko und Cordhosen trägt, gehört inzwischen wirklich zu meiner Familie. Dafür musste ich ihn allerdings heiraten.

Die kleine Zeichnung links oben entstand Anfang der Neunziger nach einer nächtlichen Bahnfahrt durch Bonn. Ich liebe erleuchtete Altbaufenster und fröne der heimlichen Lust des „plaster spotting“ 2.

Meine Bücher so sortieren wie ich will

Ausschnitt aus meinem Bücherregal

Ausschnitt aus meinem Bücherregal 3

Man kann Bücher alphabetisch, nach Themen, nach Größe und Farbe sortieren. Ich sortiere meine….

  1. nach Wichtigkeit: Bücher die ich aktuell brauche, stehen direkt neben dem Schreibtisch.
  2. nach Assoziation: Die restlichen Bücher werden so sortiert, daß sie meine aktuelle Stimmung widerspiegeln und/oder witzige Assoziationen illustrieren.

Das Schnittmusterbuch wird vermutlich immer neben dem Entwurfsmusterbuch stehen, auch wenn letzteres Grundlagen der Softwareentwicklung erläutert. Warum? Weil sie beide zu mir gehören und weil das mein Zimmer ist.

Aus dem Fenster schauen

Meisen beobachten

Meisen beobachten

Mein Arbeitszimmer hat zwar keine Bogen- aber es hat Sprossenfenster. Im Sommer wachsen Tomaten davor, im Winter sehe ich den Neckar. Und ab und an bekomme ich Besuch von Spatzen, Finken und Blaumeisen.

Tomaten und Neckar

Tomaten im Vordergrund, ein paar Tropfen Neckar im Hintergrund

Meine eigenen Möbel aufstellen

Als die Schubladenschränke aus Metall Anfang der Neunziger in die Läden kamen, konnte ich sie mir nicht leisten. Ein doppelt so großer gebrauchter Metallschrank von Remington Rand aus Beständen der US-Armee war günstiger. Und wenn ich mich recht erinnere, war das sogar ein Geburtstagsgeschenk.

Mein Remington Rand Kardex

Mein Remington Rand Kardex

Im Moment enthält der Schubladenschrank Bastelkarton, Stoffe und schöne Papiere, die darauf warten in Blog- und Bastelprojekten verwendet zu werden.

  1. Update Februar 2014: Inzwischen hat sich mein Schreibtisch etwas verändert. Er ist etwas sachlicher geworden. Mehr im Blogbeitrag zum „Arbeitsplatz der Zukunft“ auf AliceScheerer.de.
  2. „plaster spotting“, also das heimliche Erspähen von Stuckdecken in erleuchteten Altbauten ist, entgegen meiner bisherigen Annahme, kein englischer Begriff, sondern findet sich in schriftlicher Form nur in deutschsprachigen Reiseführern. Quelle: Mehrseitige Google-Ergebnisliste
  3. Die meisten dieser Bücher befinden sich auch in unserem Bücherschrank bei Amazon.

Autor: Alice Scheerer

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