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Firmengeschichten: Das Erholungsheim der Tietz-AG

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Das ehemalige Tietz-Erholungsheim

Das ehemalige Tietz-Erholungsheim

Wie bereiten Sie sich auf einen Kurzurlaub vor? Die Adressen von Museen und Sehenswürdigkeiten heraussuchen? Plätze finden, an denen man sich von der Sehenswürdigkeitenjagd erholen kann?
Das mache ich auch. Als Liebhaberin von Produkt- und Firmengeschichten definiere ich Sehenswürdigkeiten und Erholungsorte manchmal etwas anders. Meine Familie hat sich schon daran gewöhnt, ein paar Stunden vor Fabrikruinen zu verbringen und sich anschließend auf Friedhöfen zu erholen.

Im letzten Jahr sollte es in die Eifel gehen. In Daun, dem Kurort und Zentrum der Vulkaneifel, würden wir mit herkömmlichen Sehenswürdigkeiten gut versorgt sein. Es gibt öffentliche Quellen, ein Vulkanmuseum und natürlich die entschleunigenden Maare ringsherum.

Wie aber steht es um die Wirtschaftsgeschichte der Region Daun? Ist und war hier immer nur Natur und Mineralwasser? Mit den Suchbegriffen „Wirtschaftsgeschichte“ und „Daun“ komme ich nicht weit, diese Begriffskombination scheint nicht häufig verwendet zu werden. Mit der Begriffskombination „Firmengeschichte“ und „Daun“ wird die Ergebnisliste schon interessanter.
Neben jüngeren Firmen wie TechniSat und der apra-Gruppe finde ich so die Dauner Sprudel und die Dauner Burgbrunnen GmbH. Innovativer Mittelstand und das erwartete Mineralwasser.

Die Erfahrung hat mich gelehrt, dass jeder noch so kleine Ort mindestens eine unerwartete Geschichte aufweist, die ihn über die berühmten Six Degrees of Separation mit Großverbrechern, Adeligen oder auch Wirtschaftsmagnaten verbindet.

Daun bildet in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Bei Wikipedia werde ich fündig. Der Absatz „Bauwerke und Denkmäler“ weist auf ein ehemaliges Betriebserholungsheim hin. Das der Firma Tietz.

Innovative Regionaldatenbank

Die Suche nach „Erholungsheim Tietz“ führte mich zu einer hochinteressanten Regionaldatenbanke: Der Datenbank der Kulturgüter in der Region Trier (erreichbar über die Domain des Freilichtmuseums Roscheiderhof).

Nach etwas Navigation durch die Datenbank der Kulturgüter hatte ich zwei Listen – eine mit Sehenswürdigkeiten und eine mit Stichwörtern zur weiteren Recherche nach Firmengeschichten und Regionalgeschichte.

Sehenswürdigkeiten:

  • Das Erholungsheim in der Maria-Hilf-Straße
  • Das Sommerhaus von Max Grünbaum
  • Ein aufgelassener Friedhof

Recherchekeywords:

  • Der Vorgänger der Kaufhof AG: die Leonhard Tietz AG, Köln
  • Max Grünbaum: Der maßgebliche Initiator für die Errichtung des Erholungsheims

Wie entsteht aus diesen wenigen Orten und Stichworten eine oder gar mehrere Firmengeschichten? Sie sind herzlich eingeladen, mich bei der Recherche zu begleiten.

Die Familie Tietz und ihre Kaufhäuser

„Wo hast du die schönen blauen Augen her? Bei Tietz gekauft, hat keine mehr“

… summte meine Großmutter, wenn sie besonders gut gelaunt war.

Schon vor der Recherche gleubte ich zu wissen, dass aus dem „Tietz“ im Scherzliedchen später die Kaufhauskette „Hertie“ wurde. Hertie ist ein Akronym für Hermann Tietz (mehr dazu hier). Hermann Tietz war jedoch nicht im eigentlichen Sinne Gründer, sondern Geldgeber seines Neffen Oskar Tietz. Mit seinem Kaufhaus in Gera wollte Oskar es seinem großen Bruder Leonhard gleichtun, der seit 1879 erfolgreich als Einzelhändler agierte.

Leonhard Tietz und Oskar Tietz wurden 1849 und 1858 in Birnbaum an der Warthe geboren, dem heutigen Międzychód1. Beide Brüder verließen den Heimatort, um die Grundlagen des Handels zu lernen. Das erste Textilgeschäft gründete Leonhard Tietz mit Freunden in Frankfurt/Oder2. Bei der nächsten Gründung ist Leonhard Tietz Alleininhaber. Das Gebäude in der Ossenreyerstraße 19 in Stralsund blieb lange Filiale der Leonhard Tietz AG3.

Das Geschäft lief so gut, dass er 1882 eine Niederlassung in Elberfeld, dem heutigen Wuppertal-Elberfeld, eröffnete 4. Drei Jahre später zog Leonhards Geschäft in neue Räume. Wuppertal-Elberfeld hatte sein erstes Großkaufhaus.

Ähnlich wie die Gebrüder Albrecht teilten auch Oskar und Leonhard Tietz ihren gemeinsamen Zielmarkt in zwei Teile. Oskar Tietz konzentrierte sich auf das Geschäft im Süden und Osten Deutschlands. Leonhard expandierte in Richtung Westen und nach Belgien. Nur Leonhards Kaufhauskette gibt es heute noch – als Galeria Kaufhof.

War Erfindungsreichtum das Geheimnis seines Erfolges?

„Seine Geschäftsgrundsätze – Festpreise, Barzahlung und Rückgaberecht – waren damals ein Novum“ schreibt man auf Wikipedia über den Kaufhaus-Gründer Leonhard Tietz

Dieser Wortlaut wiederholt sich in vielen Quellen und lässt so manchen annehmen, diese Geschäftsgrundsätze gingen allein auf Leonhard Tietz zurück. Doch gerade wenn ein Satz so offensichtlich zum Zitieren einlädt, sollte man misstrauisch bleiben. Eine kurze Recherche zeigt: Die Biographien und Wikipedia-Einträge der großen deutschen Kaufhaus-Gründer ähneln sich an dieser Stelle.

  • Georg und Hugo Wertheim brachten Rückgaberecht und Festpreise als „neue Ideen in das Geschäft ein“ 5. Das Ladengeschäft ihrer Eltern übernahmen sie schon 1875.
  • Auch im Wikipedia-Eintrag von Hertie steht, dass das Kaufhaus bereits „einige Merkmale moderner Warenhäuser“ hatte, wie „festgelegte Preise, keine Stundung oder Anschreiben“6.
  • „Karstadt hatte von Anfang an Erfolg mit günstigen Festpreisen anstelle des sonst noch üblichen Handelns, sodass schnell Filialen in 24 Städten Norddeutschlands eröffneten“, sagt man bei Wikipedia über Karstadt7.

Wo liegt der Ursprung dieser Einzelhandelsinnovation wirklich?

Hat Aristide Boucicaut das Kaufhaus erfunden?

Die Suche nach dem Begriffen „Festpreis“ und „Geschichte“ führt mich zum FAZ-Artikel „Dynamische Preise – das Ende des Einheitspreises“8. Ein Satz fällt ins Auge:

Es war der Unternehmer Aristide Boucicaut, der 1855 in großem Stil etikettierte Festpreise in seinem Warenhaus durchsetzte, das zeitweise das größte der Welt war. Pascal Schneiders – FAZ

Dieser Satz aus dem FAZ-Artikel bringt mich in die richtige Richtung, auch wenn er im Nachhinein Fragen aufwirft. Ob Boucicaut die Festpreise ausgerechnet 1855 einführte, habe ich bisher nicht feststellen können. Erfunden hat er sie jedenfalls auch nicht. Denn auch das Marketing-Genie Boucicaut kombinierte bereits Bestehendes. Vieles hatte Boucicaut bereits bei seinem Arbeitgeber Simon Mannoury im Magasin „Au petit Saint Thomas“ kennengelernt.

Das Petit Saint Thomas unterschied sich in vielen Punkten von seinen Konkurrenten: jeder durfte es kostenlos betreten, die Waren berühren und ausprobieren und war nicht gezwungen, etwas zu kaufen. Eine Innovation, mit der sich manche Einzelhändler noch heute schwertun.

Wer ist Aristide Boucicaut?

Aristide Boucicaut war Sohn eines Hutmachers aus der Bretagne. Anstatt das Geschäft seines Vaters zu übernehmen, zog er nach Paris. Bei mehreren Arbeitgebern sammelte er Erfahrungen, bis es ihm 1852 gelang, mehrheitlicher Teilhaber einer „maison de nouveautés“ zu werden – dem Magasin „Le Bon Marché“. Beeindruckt von der Weltausstellung 1855 strebte er eine vergleichbare Warenfülle und ein vergleichbares sinnliches Erlebnis an. Er entwickelte das überschaubare Geschäft zu einem von Gustave Eiffel mitentworfenen Großkaufhaus und gilt deshalb als Erfinder des Kaufhauses.

Interessant für die Geschichte des Dauner Erholungsheims: Boucicaut und seine Ehefrau Marguerite Boucicaut betrieben, wie später die Gebrüder Tietz, Mitarbeiterpflege. Zum Beispiel über kostenloses Essen, Gewinnbeteiligung, Versicherungen, sowie Musik- und Sprachkurse9.

In der Pressedatenbank der Region Rhone-Alpes entdeckte ich eine aufschlussreiche Werbeanzeige des „Aus petit Saint Thomas“ in Paris. Aus urheberrechtlichen Gründen wird die entsprechende Zeitungsseite hier nur verlinkt.

Zusammengefasst steht in der Anzeige Folgendes: Das Magasin „Au Petit Saint Thomas“ wirbt in der Anzeige mit dreißigjähiger Fixpreistradition auf markierte Waren („prix marquées en chiffres connus“), sowohl für den Kauf im Geschäft als auch für die Katalogbestellung. Die Waren werden frei Haus geliefert („franc de port“) und können bei Nichtgefallen zurückgeschickt werden. Die Rückgabe ist allerdings kostenpflichtig („a leur frais“).
Der Geschäftsgründer Simon Mannoury gilt übrigens auch als Erfinder des Schlussverkaufs.

Das kostenlose Rückgaberecht geht möglicherweise wirklich auf Boucicaut zurück. Er löste so das Problem der häufigen Warenmängel bei günstig produzierter Konfektionsware. Das zumindest impliziert Detlef Briesen, der Autor von „Warenhaus, Massenkonsum und Sozialmoral: zur Geschichte der Konsumkritik im 20. Jahrhundert“ auf Seite 47.

Eine andere Erklärung liefern Siegfried Gerlach und Dieter Sawatzki in „Grands magasins, Pariser Warenhäuser im 19. und 20 Jahrhundert“. Sie legen nahe, dass das Rückgaberecht ein Entgegenkommen aufgrund des Barzahlungszwangs war.

Wer schreibt, der bleibt!

Wie kommt es eigentlich, dass Aristide Boucicaut weltweit als Erfinder des Kaufhauses, des Fixpreises und des garantierten Rückgaberechts bekannt wurde? Und warum überquerte der Name Mannoury keine Grenzen?

Das Geheimnis: Gute PR-Arbeit und gutes History Marketing! Schon 1906 wurde die Geschichte des Kaufhauses „Le Bon Marché“ in Buchform publiziert. Lassen auch Sie Ihre Geschichte schreiben, bevor sie vergessen ist. Ich unterstütze Sie gerne dabei!

Um herauszufinden, dass Boucicaut auch Fixpreise, den Warenkatalog und das Rückgaberecht bei seinem vorherigen Arbeitgeber kennenlernte, sind Französischkenntnisse notwendig. Denn die Quellen über Simon Mannoury und das Magasin „Au Petit Saint Thomas“ sind komplett in Französisch verfasst und werden dementsprechend nur mit französischen Suchbegriffen gefunden.

Wer vor Boucicaut im Einzelhandel auf Barzahlung bestand, lässt sich nicht mehr rekonstruieren. Schließlich freute sich schon die Familie Medici über Barzahlung, weil die Kosten für Vertragsdurchsetzung (Häscher, Geldeintreiber usw.) dann entfallen.

Fazit der Recherche: Deutsche Kaufhausgründer wie die Gebrüder Tietz und Georg Wertheim waren zwar keine Erfinder, aber gut informierte und durchdacht umsetzende Geschäftsmänner.

Literaturtipp:
Wikipedia über Leonhard Tietz

Mehr über Leonhard Tietz: Nils Busch-Petersen: Leonhard Tietz: Fuhrmannssohn und Warenhauskönig – von der Warthe an den Rhein, Hentrich & Hentrich, Berlin 2014, 88 Seiten, 6,90 Euro.

Max Grünbaum und das Erholungsheim für Damen

Nachdem sein Mehrabteilungskaufhaus in der Boom-Town Elberfeld erfolgreich war, eröffnete Leonhard Tietz weitere Dependancen. 1905 wandelte Tietz sein Unternehmen in eine Aktiengesellschaft um – die Leonhard Tietz AG.

Max Grünbaum (*17.05.1874 in Büdingen/Hessen) absolvierte nach seinem Abitur im Jahre 1889 eine Lehre als Speditionskaufmann. Bevor er nach Köln kam, hatte Grünbaum bereits die Arbeitswelt in Bremen und Antwerpen kennengelernt und sich in die Betriebswirtschaftslehre eingearbeitet.

Schon 1901 leitete er die Zentralbuchhaltung der Kölner Tietz-Niederlassung. Leonhard Tietz schätzte den fünf Jahre älteren Grünbaum als finanziellen Berater und wurde sein Freund. Bei der AG-Gründung vier Jahre später gehörte Grünbaum zu den Partnern. 10

Max Grünbaum stellte fest, dass sich die weiblichen Angestellten während ihrer freien Tage kaum erholten. Neben der Pflege des Haushalts und der von Angehörigen mussten die Frauen vom Land oft auch noch auf dem Feld aushelfen. Die Mitarbeiterinnen aus der Großstadt wiederum litten unter den engen Lebensbedingungen und der schlechten Luft. Da viele der Kaufhaus-Abteilungen speziell auf weibliche Kundinnen abzielten, bestand das Verkaufspersonal damit hauptsächlich aus schlecht erholten Frauen.

Max Grünbaum selbst erholte sich regelmäßig in der Eifel. Einen Großteil seiner Freizeit verbrachte er auf seiner Jagdpacht in Weiersbach, heute ein Ortsteil von Daun. Sein Hobby hatte den passionierten Jäger auch schon bis nach Skandinavien geführt. Die roten Holzhäuser gefielen ihm so gut, dass er ein Holzhaus aus Schweden importierte und es im Dauner Philosophenweg aufstellen ließ. 11

Die Vulkaneifel ist reich an Mineralquellen mit natürlicher Kohlensäure. Im Liesertal unterhalb der Dauner Altstadt befinden sich einige von ihnen. Im Jahre 1900 holte der Fuhrunternehmer Franz Groß die Rechte ein, Mineralquellen im Liesertal wirtschaftlich zu nutzen.

Max Grünbaum dachte nach und kombinierte alle ihm bekannten Parameter zusammen. Sodann schlug er vor, im Liesertal ein Erholungsheim für weibliche Angestellte zu errichten. Aus schwedischen Holzhäusern. Das ausgewählte Grundstück verfügt über eine Quelle 12.

Zur Lieser

Es gibt zwei Flüsse namens Lieser und zwei Tourismusregionen namens Liesertal. Die eine Lieser ist ein Nebenfluss der Drau in Oberkärnten. Die zweite Lieser ist ein Zufluss der Mosel in Rheinland-Pfalz. Manuel Andrack bezeichnet den Lieserpfad von Daun nach Wittlich als „schönsten Wanderweg der Welt“13

Das Erholungsheim des Kaufhaus Tietz wurde am 20. Juni 1911 eröffnet.
Bis zu 700 Mitarbeiterinnen konnten dort gleichzeitig übernachten. Erholung fanden sie in der Eifel nicht nur durch klare Luft und gesundes, kohlensäurehaltiges Mineralwasser. Vom Arzt verschriebene Kuranwendungen und kostenloses Schwimmen im Gemündener Maar gehörten auch dazu. Allerdings: Nach heutigen Maß war diese Kur ein Kurzaufenthalt. Sie dauerte in der Regel nur 10 Tage14.

Das Erholungsheim heute

2007 brannte ein Großteil des ehemaligen Erholungsheims ab. Seitdem steht es leer.

2007 brannte ein Großteil des ehemaligen Erholungsheims ab. Seitdem steht es leer.

Im dritten Reich war das Erholungsheim von der Arisierung betroffen. Es wurde an die „Deutsche Gesellschaft für Kaufmanns-Erholungsheime“ verkauft und von da an nicht mehr „Damen-“ sondern „Kaufmanns-Erholungsheim“ genannt. Nach Stationen als Lazarett und Lehrerseminar kaufte es die Stadt Daun. 1972 wurde es zum Hotel. Wechselnde Hoteliers renovierten und erweiterten den Holzbau. Von 1993 bis 2007 hieß das ehemalige Erholungsheim „Hotel Anna Maria“. Am 21.10.2007 brannte ein Teil des Hotels nieder.

Bei unserem Besuch 2014 standen noch zwei der über hundert Jahre alten Holzhäuser.

Was wurde aus Max Grünbaum

Max Grünbaum war Mitglied mehrerer Aufsichtsräte und zwischenzeitlich sogar Konsul von Bolivien. Im Jahre 1928 gründete er das Kohlensäurewerk „Dauner Burgbrunnen Max Grünbaum & Co. KG“. Die Namenswahl deutet es bereits an: eben der Kohlensäuregewinnung sollte auch Mineralwasser abgefüllt und vertrieben werden. Dieser Geschäftszweig wurde jedoch nie ausgebaut.

Als gebürtiger Jude wurde Max Grünbaum bereits kurz nach der Machtergreifung verfolgt. Dass er Jahre zuvor schon zum christlichen Glauben konvertiert war, interessierte seine Verfolger nicht. Max Grünbaum wollte die Konfrontation vermeiden und zog sich von Köln in die Eifel zurück.

Doch von Trier aus erging 1933 ein Haftbefehl gegen Grünbaum. Von einem Angestellten das Landratsamtes gewarnt, flüchtete er nach London. Die Ereignisse wiederholten sich zwei Jahre später – er kam zurück nach Daun, ein Haftbefehl erging, er wurde wieder gewarnt und flüchtete. Diesmal nach Belgien15.

Dort blieb Max Grünbaum bis zum Kriegsende, die meiste Zeit auf einem Dachboden 16.

Im Jahr 1949 kehrte Max Grünbaum endgültig nach Daun zurück und wurde kurz darauf zum ersten Ehrenbürger ernannt. Bis zu seinem Tod 1952 blieb er Leiter des „Dauner Burgbrunnen“. Noch 2009 wurde das Unternehmen als „Dauner Burgbrunnen Max Grünbaum & Co. KG“ im Handelsregister geführt. Es ist bis heute im Familienbesitz und ein Familienunternehmen. Die langjährige Firmenchefin Eva Sönnichsen war, neben vielen Ehrenämtern, die erste Frau im Bundesvorstand der Wirtschaftsjunioren17.

Max Grünbaums Holzhaus steht noch immer.

Das Schwedenhaus, das Max Grünbaum vor über 100 Jahren bauen ließ

Das Schwedenhaus, das Max Grünbaum vor über 100 Jahren bauen ließ

Die Tietz-Kaufhäuser heute

Die Kaufhausketten von Oskar und Leonhard Tietz wurden beide im Dritten Reich umbenannt und „arisiert“. Leonhards Kaufhaus wurde zum „West-Deutscher Kaufhof“, das Kaufhaus Hermann Tietz wurde zu „Hertie“. Leonhard und Oskar Tietz haben dieses Kapitel ihrer Firmengeschichten nicht mehr miterlebt, sie starben 1914 und 1923.

Heute steht nur noch die Marke Kaufhof für eine Kaufhauskette, als „Galeria Kaufhof“.
Die Kaufhauskette Hertie existierte bis zum Verkauf an Karstadt 2006. Im Jahr 2007 wurde die Marke von Karstadt mit einem anderen Logo wiederbelebt und für kleinere Karstadt-Filialen verwendet. Zwei Jahre schloss man alle Kaufhäuser dieser kleinen Kette.
Die Marke Hertie gehört nun den Brüdern Klöker und steht für ein Online-Kaufhaus 18.

Epilog

Wer schreibt, der bleibt. Wer spricht, nicht! sagte Robert Gernhardt

Wie wichtig es ist, die Geschichte Ihres Unternehmens rechtzeitig niederzuschreiben und zu publizieren, ist Ihnen beim Lesen dieses Artikels sicher klargeworden. Natürlich soll die Geschichte wahrheitsgemäß notiert und unwahre Behauptungen vermieden werden. Trotzdem müssen Sie nicht tiefstapeln.

Als Diplom Informationswirtin stehe ich Ihnen bei der Recherche und der chronologischen Ordnung Ihrer Firmengeschichte bei. Auch die geschichtliche Einordnung kommt nicht zu kurz.

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  1. Seit dem Großpolnischen Aufstand 1918-19 gehört die Region wieder zu Polen.
  2. Quelle: WDR „Stichtag: 15. November 2009 – Vor 95 Jahren: Tod von Warenhaus-Pionier Leonhard Tietz
  3. Mehr über das Gebäude im Wikipedia-Eintrag zur Ossenreyerstraße 19
  4. Mehr über Elberfeld und die Entstehung Wuppertals bei Wikipedia
  5. Wikipedia-Eintrag über Georg Wertheim, abgerufen am 27.04.2015
  6. Quelle: Wikipedia-Eintrag der Hertie Waren und Kaufhaus GmbH, abgerufen am 05.05.2015.
  7. Quelle: Wikipedia-Eintrag von Karstadt, abgerufen am 05.05.2015
  8. Interessanterweise bieten inzwischen mehrere Unternehmen Lösungen an, um die „demokratischen“ Preise wieder variabel und sogar abhängig vom Einkommen des Käufers zu machen Quelle: Dynamische Preise – das Ende des Einheitspreises.
  9. Mehr über Aristide Boucicaut im deutschen Wikipedia-Eintrag. Der französische Wikipedia-Eintrag enthält noch mehr interessante Informationen.
  10. Quelle: Politik, Wirtschaft, Öffentliches Leben, herausgegeben von Werner Röder, Herbert A. Strauss, Link zu Google-Books. Beim Verlag De Gruyter bestellen
  11. Eine Überlieferung besagt, dass Grünbaum sein rotes Ferienhaus ein Jahr lang testete, um sicherzustellen, dass das Holzhaus dem Eifelklima trotzte. Erst dann wurde der Bau des Erholungsheims genehmigt. In anderen Zeitungsartikeln wird dieser Teil der Geschichte jedoch nicht erwähnt.
  12. Eine Überlieferung besagt, dass Grünbaum sein rotes Ferienhaus ein Jahr lang testete, um sicherzustellen, dass das Holzhaus dem Eifelklima trotzte. Erst dann wurde der Bau des Erholungsheims genehmigt. http://www.eifelzeitung.de/region/vulkaneifel-dau/rote-hauser-im-liesertal-10364/ . In anderen Zeitungsartikeln wird dieser Teil der Geschichte jedoch nicht erwähnt.
  13. Quelle: Manuel Andrack: Du musst wandern. Ohne Stock und Hut im deutschen Mittelgebirge. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2005, ISBN 3-462-03488-X.
  14. Quelle: Beitrag in der Eifelzeitung „Das erste Frauenhaus stand in der Eifel„, abgerufen am 08.05.2015.
  15. Quelle: Trierer Volksfreund, „Ein Leben geprägt von Verfolgung
  16. Quelle: Firmengeschichte der Dauner Burgbrunnen GmbH.
  17. Quelle: Interview „Über den Tellerrand schauen“ mit Eva Sönnichsen auf der Website der IHK Trier.
  18. Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung vom 15.03.2013: „Hertie feiert in Osnabrück Comeback im Internet“ abgerufen am 08.05.2015

Autor: Alice Scheerer

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