SlowLifeLab

Laboratorium für Traditionelles und Historisches

Entdeckung im Kühlhaus

| 4 Kommentare

Unser Kachelofen wird nicht nur das Wohnzimmer erwärmen, sondern auch das Heizungswasser.
Dazu kommt auf den Heizeinsatz1 ein Heizaufsatz, auch Wassertasche genannt 2.

Die heißen Rauchgase des Kaminofens ziehen an der Wassertasche vorbei und erwärmen das durch sie fließende Wasser. Das vom Kaminofen erwärmte Wasser wird zu einem Pufferspeicher geleitet. Sollte es zum Beheizen des Hauses nicht ausreichen, so liefert die Brennwerttherme den Rest. So lautet zumindest unser Plan. Aber, wohin mit dem Wasserspeicher?

Kühlhausbau im Zwiebelsystem

Isolationsschicht aus Styropor

Nicht nur über den Kacheln, auch unter den Kacheln befindet sich eine Isolationsschicht.

Wir haben ein paar Kelleräume, in die ein etwa einen Meter breiter Wasserspeicher passt. Allerdings sind sie entweder schwer unzugänglich, oder eigentlich als Werkstatt vorgesehen.

Als ehemalige Gaststätte verfügt unser Haus natürlich auch über ein kleines Kühlhaus. Es hat Metallwände und eine isolierte Stahltür mit beeindruckendem Verschluss. Zunächst wollte mein Herzblatt es als Kältekammer für Platinentests nutzen. Letztendlich wird warmes Wasser das kalte Fleisch ersetzen.

Die innere Isolation des Kühlhauses wird entfernt.

Das Kühlhaus wird geschält.


Um Platz zu schaffen und um eine alte Tür zum Nebenraum freizulegen, wollten wir den Raum entkernen. Unter der Isolationsschicht aus Metall-Trockenbauwänden fanden wir zu unserer Überraschung intakte Kacheln. Und unter den Fußbodenkacheln eine zweite Kachelschicht. Die Wandkacheln waren feucht und rochen sogar noch nach Wurst.
Möglicherweise wollte reichte vor 10-15 Jahren die Isolation des Kühlhauses nicht aus, oder es änderten sich die Vorgaben des Gesundheitsamtes. Um Schließzeiten zu vermeiden, baute man das Kühlhaus schnellstmöglich um. Dass es dabei an Stauraum verlor, war zweitrangig.

Schraube werden weggeflext. Die Funken fliegen.

Auch diesmal flogen die Funken. Die Schrauben ließen sich nicht auf andere Art entfernen.

Wie weiter?

Wolfgang, mein Herzblatt, möchte den Raum komplett entkernen. Ich hingegen in fensterlosen Räumen lieber helle Wände als rohen Sandstein. Ob sich der Fleischgeruch von den Kacheln und vor allem aus den Fugen entfernen lässt? Vielleicht kalken wir die Wände einfach.

  1. Der JU 11 von Olsberg.
  2. Unser Heizeinsatz ist nicht von Olsberg, sondern von Napotherm. Diesen Heizeinsatz kann man gedreht einbauen.

Autor: Alice Scheerer

Sie sind auf der Suche nach einer Texterin und Online-Redakteurin? betreibt nicht nur dieses Blog, sondern bietet auch Corporate Blogging, Content Marketing und Recherchedienstleistungen an, z.B. für History Marketing. Nutzen Sie das Kontakt-Formular. Mehr Informationen zum Angebot auf alicescheerer.de.

4 Kommentare

  1. Liebe Alice,
    das ist klasse. Ihr habt dann ein sogenanntes bivalentes Heizsystem, also eins, das je nach Bedarf mit unterschiedlichen Energieträgern zu betreiben ist. Optimal ist eigentlich, wenn man auch Solarthermie nutzt. Aber ein Kollektor auf dem Dach passt nun mal nicht zu einem denkmalgeschützten Haus.
    Das Kühlhaus ist eigentlich der ideale Ort für den Pufferspeicher, gerade weil es so gut gedämmt ist! Früher war die Dämmung dazu da, die Kälte drinnen zu halten, in Zukunft kann sie helfen, den Tank warm zu halten. Der hat zwar sowieso eine Hülle aus Schaumstoff, wird aber trotzdem abstrahlen. Dann wird es im ehemaligen Kühlhaus schön warm werden.
    Sorry für die schulmeisterlichen Worte, aber da ich in Theorie und Praxis seit einigen Jahren mit diesem Thema beschäftigt bin …
    In diversen Bau- und Energieforen könntest Du darüber unendliche Diskussionen von Heimwerkern und Haus-Optimierern finden. Kein Wunder, bei der Entwicklung der Energiepreise entwickeln unsere Landsleute verständlicherweise großen Ehrgeiz, um kluge Auswege und Alternativen zu finden.
    Viel Erfolg beim Bauen – und dann kann der nächste Winter kommen.
    Liebe Grüße, Katrin

    • Liebe Katrin,
      danke für Deine erhellenden Worte! „Bivalentes Heizsystem“ klingt toll! Viele der Begriffe, die ich beim recherchieren in Foren und auf Herstellerwebsites las, habe ich schnell wieder vergessen. Die ersten Recherchen sind ja schon drei Jahre her. Aber dafür kennt man ja nette Energieblogger-Kolleginnen und Fachjournalistinnen wie Dich ;-)
      Wir sind mit großen Augenmerk auf Sicherheit an das Thema herangegangen. Was tun, wenn das Gas plötzlich teurer wird? Oder die Pellet-Hersteller sich absprechen?

      Über Solarenergie hatten wir auch nachgedacht, auf der von der Straße aus nicht sichtbaren Dachseite wäre es laut Denkmalpfleger sogar erlaubt. Nachdem unser Haus im Solarkataster noch nicht mal gelb markiert ist, haben wir den Gedanken verworfen.

      Herzblatt würde immer noch gerne ein kleines BHKW einbauen, um gegen Stromschwankungen gerüstet zu sein. Das käme meinem Homeoffice natürlich entgegen. Aber noch verwenden viele der geförderten Systeme den gleichen Motor. Und bei dem ergeben sich nach Ablauf der Garantiezeit umfangreiche Wartungkosten. Sagen die Foren.
      Vielleicht wird in den nächsten Jahren ein kleines BHKW mit praktischen Speicher entwickelt. Oder gibt Coworkingspaces mit unabhängiger Stomversorgung.

      Liebe Grüße vom Neckar

      Alice

  2. Pingback: Kacheln und keine Fliesen | slowlifelabslowlifelab

  3. Pingback: Das Montagsbild: Inhouse | slowlifelabslowlifelab

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


↑ Back to Top ↑