lowLifeLabs Antworten auf das Buchstöckchen

SlowLifeLab

Laboratorium für Traditionelles und Historisches

Ein Buchstöckchen im slowlifelab!

| Keine Kommentare

Ein paar Bücher aus dem Buchstöckchen

Ein paar Bücher aus dem Buchstöckchen

Diesmal gibt es an Stelle des Montagsbildes ein Buchstöckchen.

Stöckchen schienen mir immer so alt wie das Bloggen selbst, Google Insights kennt „Stöckchen“ aber erst seit 2007, via Google findet man die ersten Stöckchen im Jahr 2005. Leider kann ich an dieser Stelle nicht wie gewohnt auf Wikipedias Allwissenheit zurückgreifen, denn ein Wicht bei Wikipedia hat das Stöckchen wegen Irrelevanz gelöscht.

Stöckchen gehen so: Ein Blogger denkt sich einen Fragebogen aus, beantwortet ihn selbst und wirft dann ein paar Mitbloggern virtuelle „Stöckchen“ in Form von Links zu. Die verlinkten beantworten den Fragebogen ebenfalls und geben ihn via Link an andere Blogger weiter. Bisweilen ist es auch erlaubt, das Stöckchen unaufgefordert aufzuheben.

Ich vermute ja, dass der Begriff „Stöckchen-Werfen“ an einen Staffellauf erinnern soll: Der Blogpost ist die Strecke und das Werfen die Übergabe des Staffelstabes. „Stöckchen“ klingt nur gemütlicher und ruft keine gruseligen Schulsporterinnerungen wach.

Das Buchstöckchen

Die liebe Britta Freith hat mir letzte Woche ein Stöckchen zum Thema Bücher zugeworfen das sich die Wibke Ladwig von „Sinn und Verstand“ ausgedacht hat.

Los gehts …

Welches Buch liest Du momentan?

Die Gründerjahre. Als der Kapitalismus jung und verwegen war von Günther Ogger habe ich Anfang der Woche ausgelesen, seit Freitag lese ich Treffpunkt Text – das Handbuch für Freie in Medienberufen vom grandiosen Netzwerk Texttreff.
Wenn ich dem Trieb nach Unterhaltung gar nicht mehr standhalten kann, spitze ich in Herzblatts Lektüre: Meine Frau will einen Garten von Gerhard Matzig.

Warum liest Du das Buch? Was magst Du daran?

Seit dem Beginn meiner beruflichen Umbauphase im Jahr 2009 lese ich nur noch wenig Belletristik, dafür aber Sachbücher aller Art. Manche auf der Suche nach Inhalten für slowlifelab.de, andere um Inhalte besser vermitteln zu können und diverse, um zu lernen, wie man vom Schreiben leben kann.

Die Gründerzeit interessiert mich aus zwei Gründen. Zum einen faszinieren mich die Gründer und Erfinder dieser Zeit. Wie lange brauchten sie von der ersten Entwicklung bis zum Großunternehmen? Welche Hürden mussten sie überwinden? Wie haben sie ihre Produkte vermarktet?

Zum anderen suche ich natürlich nach Parallelen zur heutigen Zeit. Immobilienspekulationen hatten einen großen Anteil am Börsenkrach 1873. Selbst die Marketingmethoden von damals waren die gleichen. Plakate und große Zeitungsannoncen warben für Immobilienbeteiligungen. Durch die industrielle Revolution veränderte sich die Lebensgestaltung vieler Handwerker vom kleinen Betrieb zur Fabrik mit festen Stechzeiten. Beim Lesen stelle ich mir oft Fragen wie „In welchem Bereich sollte man die Uhr zurückdrehen? Wie könnte man negative Aspekte abfangen?“.

Treffpunkt Text ist mein erste Handbuch zum Thema Selbständigkeit speziell im Medienbereich und das erste Buch, dessen Autoren ich fast alle kenne. Meine Hoffnung ist, mir von ihrer Professionalität eine große Scheibe abschneiden zu können. Die ersten Kapitel ließen sich recht gut an und ich bin mir sicher, dass es so spannend bleibt.

Wurde Dir als Kind vorgelesen? Kannst Du Dich an eine der Geschichten erinnern?

Die ersten Geschichten, die mir vorgelesen wurden, waren Bilderbücher mit Gedichten. Ich weiß noch, dass ich Schnatterich und Puttiputt von Fritz Baumgarten sehr mochte. Darin ging es etwas rauer zu als in seinen anderen Geschichten. Das Huhn und der Gänserich rannten über zum Bleichen ausgelegte Wäsche und fraßen den Salat in der Küche.

Neben Geschichten wie „Hänschen im Blaubeerwald“ von Elsa Beskow und „Etwas von den Wurzelkindern“ von Sibylle von Olfers hat mir meine Mutter auch selbst erfundene Wichtelgeschichten erzählt. Die mochte ich natürlich am allerliebsten.

Gibt es einen Protagonisten oder eine Protagonistin, in den Du mal regelrecht verliebt warst?

Dampfwalze, Stefan, Ottokar … die Jungs von Burg Schreckenstein mit ihrem Ritterkodex fand ich toll und Kai aus „Kai erobert Brixholm“. Freche Jungs mit einem guten, ehrlichen Kern.

Vor Kurzem habe ich #Menschlein ein paar Kostproben aus beidem vorgelesen und muss zugeben, dass meine Begeisterung für die Protagonisten etwas geschwunden ist. Das Frauenbild hat sich doch sehr gewandelt.

In welchem Buch würdest Du gern leben wollen?

Natürlich müsste ich an dieser Stelle eine tiefsinnige, eloquente Auswahl treffen … aber ich kann einfach nicht anders: Natürlich in Bullerbü! Friedliche, umgängliche Nachbarn, immer jemanden zum Reden und neue Spiele ausdenken, ein Homeoffice mit klaren Aufgaben und trotzdem genug zu Essen. Wer will das nicht?

Welche drei Bücher würdest Du nicht mehr hergeben wollen?

Auch Selbst ist die Frau von Martha Maria Gehrke ist nicht ganz frei von einem veralteten Frauenbild, aber es gibt einem so ein herrliches Gefühl von allumfassender Sicherheit. Es enthält Anleitungen für Aspekte des Lebens, von der ersten Wohnung über das elegante Kostüm, mitwachsende Kinderkleidung, Fleckenentfernung und die Behandlung des Ehemanns. Nur die Anleitung zum erfolgreichen Sargtischlern fehlt.

In den Jahren des Pendelns zwischen Kaiserslautern, Darmstadt, Frankfurt, Nürnberg, München usw. habe ich viele Taschenbücher gelesen. Aber nur wenige davon mehrmals. Eines davon ist Witwe für ein Jahr von John Irving. Vermutlich weil es eine abstruse Entwicklungsgeschichte über mehrere Generationen ist, in der Protagonisten und Motive immer wieder zurückkommen. Stetiger Wandel und Beständigkeit zugleich. Wie kann man ein solches Buch nicht lieben?

Als echter Fan habe ich natürlich auch das Bilderbuch „Ein Geräusch, wie wenn einer versucht, kein Geräusch zu machen“ von John Irving und Tatjana Hauptmann.

Und eines, das ich leider an die Bücherei zurückgeben musste und mir zum Geburtstag zurückwünsche ist „Astrid Lindgren – Ein Lebensbild“ von Margareta Strömstedt. Wenn ich Belletristik lese, so frage ich mich ganz oft aus welchen Erlebnissen und Assoziationen der Autor oder die Autorin das Beschriebene geformt hat. Besitzt sie die Möbel, die sie beschreibt? Kennt sie jemanden, der genau so ist, wie ihre Hauptfigur? An wen dachte zum Beispiel Astrid Lindgren bei Lasse aus Büllerbü?
Die Autorin von „Astrid Lindgren – Ein Lebensbild“ beantwortet meine Fragen an Astrid Lindgren, in dem sie Beschreibungen von Lindgrens Lebensumständen und Ausschnitte aus ihren Werken gegenüberstellt.

Ein Lieblingssatz aus einem Buch?

Die Stadt ist sehr schön, und gefällt einem am besten, wenn man sie mit dem Rücken ansieht. Heinrich Heine in seiner ‚Harzreise‘ über Göttingen

Nun werfe ich das Stöckchen weiter an Sabine Schlimm, Andrea Groh und Stephanie Esser.

Autor: Alice Scheerer

Sie sind auf der Suche nach einer Texterin und Online-Redakteurin? betreibt nicht nur dieses Blog, sondern bietet auch Corporate Blogging, Content Marketing und Recherchedienstleistungen an, z.B. für History Marketing. Nutzen Sie das Kontakt-Formular. Mehr Informationen zum Angebot auf alicescheerer.de.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.



↑ Back to Top ↑