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Die Griechische Weinstube gehört nun der Stadt

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Das Bogenfenster im zweiten Stock der griechischen Weinstube

Das Bogenfenster im zweiten Stock der griechischen Weinstube ist eine Nachbildung. Sein Vorgänger wurde zerstört.


„Ein Freund aus der Schweiz hat ihren Text ausgedruckt und mir geschickt. Gut gemacht! Nun muss ihn nur noch der Stadtrat lesen!“ raunte mir der Besitzer der Griechischen Weinstube vor einiger Zeit zu.

Ob ein Stadtrat ihn nun gelesen hat, sei dahingestellt. Auf jeden Fall hat sich die Geschichte der Griechischen Weinstube in Neckargemünd für den Moment recht positiv entwickelt. Der Besitzer und Nachfahre von Lukas Beuttner hat die Griechische Weinstube und das benachbarte Goldene Lamm an die Stadt verkauft 1. Nun kann seinen Ruhestand wie geplant gestalten.

Auch die Stadt atmet auf. Der berüchtigte und befürchtete Pseudo-Denkmalschutz (a.k.a Abriss und Neubau) eines Kaufinteressenten ist damit fürs Erste gebannt. Im Rahmen eines Architektenwettbewerbs soll nun ein behutsamer und erhaltender Entwurf gefunden werden.

Der darauf folgende Schritt ist weniger schön, aber, genau wie die Vorgehensweise des ehemaligen Besitzers, aus finanzieller Perspektive nachvollziehbar. Die Stadt ist nicht arm, lebt aber momentan aus der Substanz. Die Investition zum Ankauf der Griechischen Weinstube muss wieder eingenommen werden. Deshalb plant man, die Griechische Weinstube und das Goldene Lamm nicht in städtischen Besitz zu belassen, sondern mit dem Gewinnerentwurf als Auflage an einen Investor weiterzuverkaufen.
Update vom 06.03.2015: Bei der „BÜRGERINFORMATION STÄDTISCHER HAUSHALT 2015“ wurde noch einmal betont, dass es sich nicht um einen Architekturwettbewerb, sondern um einen Investorenwettbewerb handele. Das bedeutet, es bewerben sich nicht Architekturbüros alleine, sondern Investoren mit einem ausgearbeiteten Gebäudeentwurf. Organisiert wird der Wettbewerb vom Mannheimer Architektenbüro Kaupp und Franck (vgl. Meldung vom 26.02.2015 in der RNZ).

Pessimisten befürchten eine weitere Zitterpartie. Wird der Investor sich tatsächlich an den Entwurf halten? Oder wird er Argumente finden und Tatsachen schaffen, um aus dem Denkmalschutzprojekt einen regulären Neubau zu machen? Update 06.03.2015: Wird man sich für den richtigen Investor mit dem nachhaltigsten Konzept entscheiden?

Hoffentlich bleibt die Griechische Weinstube und das reizvoll verzierte Goldene Lamm der Stadt Neckargemünd, den Bürgern und Touristen noch lange unzerstört erhalten. Meine Daumen sind jedenfalls gedrückt.

Blick von der Terrasse der Griechischen Weinstube

Blick von der Terrasse der Griechischen Weinstube

Autor: Alice Scheerer

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