Buch- und Standtipps für die Frankfurter Buchmesse - SlowLife-Links Nr. 17

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SlowLife-Links Nr. 17: Buch- und Standtipps für die Frankfurter Buchmesse #fbm

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Wohin auf der Buchmesse Frankfurt? Hier ein paar Vorschläge

Wohin auf der Buchmesse Frankfurt? Hier ein paar Vorschläge


Vom 08. bis zum 12. Oktober strömen wieder Buchfans aller Couleur nach Frankfurt. Ich werde auch dort sein und mich, wie im letzten Jahr, nach Neuauflagen und Verlegern bewährter Sachbücher umsehen.
Im Voraus ein kurzer Hinweis auf interessante Bücher und Verlage …

Der Verlag Monsenstein und Vannendat

Bereits im letzten Jahr sprach ich mit Tom van Endert über die „Edition Monsenstein und Vannendat“, „Sleeping Beauties“ und neu aufgelegte Autoratgeber aus dem Jahr 1910.

Halwart Schrader schrieb Anfang der Achtziger die Texte zum Bildband „Sleeping Beauties“. Das 2013 neu aufgelegte Buch erschütterte damals nicht nur die Oldtimer-Gemeinde. Kunstvolle Fotografien von damals schon hochpreisig gehandelten Oldtimern, verrostet und dem Verfall anheim gegeben. Trotzdem fand das Buch und seine Geschichte auch Liebhaber und regte eine Diskussion um einen „altersgemäßen Originalzustand“ an.

Nun hat Halwart Schrader sich in die Lebensgeschichte des Rolls Royce-Gebrauchtwagenhändlers und Sammlers David „Bunty“ Scott-Moncrieff (Jahrgang 1907) vertieft und sie „mit Vergnügen“ notiert. Bunty war ein Abenteurer. Er stürzte Böschungen hinab, setzte Boote auf Grund und wurde sogar von seinen Kunden gefürchtet. Von all diesen Abenteuern konnte er herrlich ausgeschmückt erzählen.

Hazel, seine langjährige Vertraute, übergab Halwart Schrader all ihre Notizen und er machte daraus einen Schmöker für Liebhaber klassischer Automobile.


Neben einem Blick in diese erfolgversprechende Neuerscheinung lohnt sich ein Besuch am Stand von Monsenstein und Vannerdat aus einem weiteren Grund: Der Verlag unterstützt ein sehr ambitioniertes Projekt. Unter dem etwas sperrigen Titel „Leavinghome-Funktion“ verbirgt sich eine zweijährige Reise nach New York1. Auf dem Landweg. Und auf russischen Motorrädern der Marke Ural.

Auch dieses Team besteht gewissermaßen aus alten Bekannten. Es sind die gleichen fünf Abenteurer, deren Fahrtenbuch „Gedacht Gemacht“ im letzten Jahr erschien. Als Forbewegungsmittel für ihre Fahrt nach Indien hatten sie Simson-Mopeds ausgewählt.


Sie könne die Gruppe und ihr waghalsiges mit einer Spende auf Indigogo unterstützen.

Das Verlagshaus Monsenstein und Vannendat, mit seiner Oldtimer-Edition Monsenstein und Vannerdat finden sie in Halle 3.1 am Stand A75.

Murks? Nein danke!

Kampagenenlogo: Murks? Nein danke!

Kampagenenlogo: Murks? Nein danke!


Kurz vor der Einschulung ist die geplante Obsoleszenz wieder allerorten zu beobachten: Plastikfarbkästen mit extra dünnen Deckelbefestigungen, deren Anschaffungspreis niedriger ist als der von vier Ersatznäpfchen. Buchschoner, die klebrige Kanten an den Büchern hinterlassen. Ranzen, deren empfindlichste Teile allesamt aus Plastik gefertigt sind und die sich in Kleinteiligkeit zu übertreffen suchen …

Stefan Schridde ist Gründer und Vorstand des Verein „MURKS? NEIN DANKE!“ und bloggt seit 2012 auf dem gleichnamigen Blog rund um geplante Obsoleszenz. In zahlreichen Vorträgen und Workshops sensibilisiert er Studenten, Produzenten und Verbraucher für das Thema. Seit dem Sommersemester 2014 lehrt er zudem zum Themenfeld „Geplante Obsoleszenz“ an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin.

Im Buch zum Thema, „Murks? Nein danke! – Was wir tun können, damit die Dinge besser werden“ deckt Schridde zunächst die klassischen Material- und Konstruktionsfehler wie unterdimensionierte Notebooklüftungen und sich selbst zerstörende Zahnräder auf. Sodann erläutert er Gründe, warum ein Verzicht auf „Murks“ die Wirtschaft keineswegs destabilisieren muss. Der dritte Abschnitt gehört den Alternativen zur geplanten Obsoleszenz, der Murks-Therapie also.

Mit Die Kultur der Reparatur haben wir ja bereits ein Buch aus diesem Themenbereich vorgestellt. Während Wolfgang M. Heckl seine Leser fürs Reparieren sensibilisieren möchte, arbeitet Schridde auch auf politische Intervention hin. Murks nein danke – Was wir tun können, damit die Dinge besser werden ist nicht nur ein Buch, sondern eine Bewegung.

Auf der Frankfurter Buchmesse könne Sie den Autor hautnah erleben. Am 10. Oktober ist Stefan Schridde am Stand des oekom verlags (Halle 3.0, Stand C63.).

Hans Carl von Carlowitz – Nachhaltigkeit kommt aus Sachsen


Der oekom verlag ist es auch, der das Buch, in dem der Begriff „Nachhaltigkeit“ zum ersten Mal erwähnt wurde, neu aufgelegt hat. Ungekürzt lautet der Titel „Sylvicultura oeconomica oder Haußwirthliche Nachricht und Naturmäßige Anweisung zur Wilden Baum-Zucht“. Auf der Leibziger Ostermesse 1713 wurde es erstmalig publiziert und erschien dort 300 Jahre später als Sonderedition.

In diesem Fall glücklicherweise, hielt man sich nicht komplett an die alte Vorlage: die Schrift ist modern und die Texte wurden um Zusatzinformationen ergänzt.
Wie die modern ausgerichtete Ökonomen heute, kritisierte der Sächsische Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz die Ausrichtung des Wirtschaftens an kurzfristigen Gewinnen. Die übergreifende Rezeption seines Inhaltes kann natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich um ein forstwirtschaftliches Werk handelt. Raubbau im sächsischen Wald war der Anlass zu seiner Publikation.

Hervorzuheben ist auch das umfangreiche Stichwortverzeichnis, an dem sich aktuelle Sachbücher gerne orientieren dürfen.

Wer mehr über den Menschen Hans Carl von Carlowitz und seine Umwelt erfahren möchte, dem sei
Die Erfindung der Nachhaltigkeit: Leben, Werk und Wirkung des Hans Carl von Carlowitz“ ans Herz gelegt.

  1. Ob der Titel an die „Leavin home-Funktion der Volkswagen-AG angelehnt ist? Dort steht der Begriff für das Aktivieren der Auto-Beleuchtung von der Haustür (leaving home) aus.“

Autor: Alice Scheerer

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2 Kommentare

  1. Liebe Frau Scheerer,

    vielen Dank, das Sie die Mosler&Münchow GmbH im Zusammenhang mit der Wiesbadener Euhef
    auf Ihrer Webseite erwähnt haben, habe ich eben entdeckt.

    Mit meinem Büro für Beratung, Gutachten und Seminare für architekturgebundene Holzkonstruktionen

    war ich im November bei der Euhef in der Hofburg Wien präsent. Ebenfalls der Leinölladen ,

    Dort bekommen Sie u.a. „Slow-Paint“….. http://www.derleinölladen.de….

    Der einzige Versand mit u.a. Bioland-Leinöl, „Slow-Linseedoil“ zur Holzimprägnierung und einer Hand- und hautfreundlichen Seife aus dem gleichen Öl, „Slow Linseedsoap“.

    Vielleicht ist das ja etwas für Sie und/oder ihre Leser.

    Herzliche Grüsse und weiterhin viel Erfolg mit Ihrem ansprechenden Internet-Auftritt

    Johannes Mosler

    Vielleicht

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