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Best Blog Award: Elf Fragen, Elf Antworten

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Schon vor einiger Zeit verlinkte mich Daniela Dreuth, die Autorin hinter den Blogs Wortakzente und Kinderohren in einem Beitrag mit dem Titel „Best Blog Award für das Kinderohren-Blog!„. Zunächst tat ich mich ein wenig schwer, schließlich hatte ich gerade erst alles Kindliche aus dem Layout von slowlifelab.de entfernt. Und nun sollte ich ein äußerst kindliches Icon einbauen? Da mein Berufsbog AliceScheerer.de gleichzeitig von Wibke Ladwig nominiert wurde, habe ich mich dort mit dem Icon und dem Best Blog Award auseinandergesetzt.

Wichtigstes Fazit, trotz oder gerade wegen des Icons: Der Best Blog Award verbindet Blogger nicht nur international, er überwindet sogar ideologische Grenzen.

Mit diesem Hintergrundwissen kann ich die netten Fragen des Kinderohren-Blogs getrost beantworten.

Best Blog Award: Fragen von Kinderohren

1. Was war dein liebstes Buch/deine Lieblingsserie, als du ein Kind warst?

Einige Jahre lang habe ich am liebsten Schneiderbücher gelesen. Trixie Belden, Schreckenstein, Hanni und Nanni, Dolly, Bille und Zottel … Besonders oft las ich ‚Kai erobert Brixholm‚, das mochte schon meine Mutter sehr gerne.

2. Welches ist heute dein liebstes Kinderbuch (zum Beispiel, um es deinen Kindern vorzulesen oder zu verschenken)? Du darfst gerne auch mehrere Bücher für verschiedene Altersklassen nennen!

Meine liebste Buchserie für Kleine und Junggebliebene sind die Wimmelbücher von Rotraut Susanne Berner. Ich bin immer wieder verblüfft über die Detailgenauigkeit und die vielen kleinen Geschichten, die Frau Berner in den Büchern versteckt hat. Als Kind liebte ich die Wimmelbücher von Gudrun Keussen.

Zum Vorlesen mag ich am liebsten Klassiker von Astrid Lindgren und Erich Kästner. Leider kann man die so schlecht verschenken, weil man nicht weiß, ob die Eltern das Buch nicht selbst bewahrt haben, oder ungern alte Bücher erklären.

3. Welches Buch/Hörbuch für Erwachsene hat dich so begeistert, dass du es deinen Lesern unbedingt ans Herz legen möchtest?

In den letzten Jahren lese ich fast nur noch Sachbücher, deren Inhalt direkt anwendbar ist. Für heitere Anekdotenromane mache ich eine Ausnahme, die kommen aber meistens auf Umwegen zu mir und sind selten aktuell. Mein Schwägerin hat mir zum Beispiel „Maria, ihm schmeckt’s nicht“ als Hörbuch geschenkt. Ich habe CDs im Auto gehört und wäre ein paarmal vor Lachen beinahe von der Autobahn abgekommen. Die erste Version des Hörbuchs war schon großartig. Laut Jan Weiler soll die zweite, ebenfalls von ihm gelesene Version aus dem Jahr 2009 noch besser sein.

Schon als Buch sehr unterhaltsam und überraschend realitätsnah ist Mein Leben im Schrebergarten von Wladimir Kaminer.

Zuletzt las ich ein Fundstück aus der Bücher-Butike – „Der kleine Kaukasus“ von Andreas Rebers. Diese „Nervosität“, die er beschreibt, kommt mit bekannt vor.

4. Warum bloggst du? Verfolgst du bestimmte Ziele?

Gebloggt habe ich ja schon 2004, als „Die akademische Wanderbeule“. Bis 2006 habe ich dieses Tagebuchblog geführt und mich über erste Kontakte zu Gleichgesinnten gefreut. Als meine Beule (a.k.a. Menschlein) größer wurde, hörte ich wieder auf. Im Jahr 2009 war kommerzielles Bloggen nicht mehr so verpönt wie früher und schien eine Alternative zur Teilzeitstelle zu sein. Das wollte ich auch versuchen! DasBogenfenster.de sollte ein Online-Magazin werden, später sogar gedruckt erscheinen.

2009: Moodboard aus alten Zeitschriften für DasBogenfenster.de. Moodboards und Collagen erstelle ich immer noch gerne.

2009: Moodboard aus alten Zeitschriften für DasBogenfenster.de. Moodboards und Collagen erstelle ich immer noch gerne.

Mit der Zeit sind Blog und Ziele auf ein realistisches Niveau geschrumpft. Ich sehe in slowlifelab.de und AliceScheerer.de eine Möglichkeit, meine Rechercheskills, meinen Schreibstil und meine Kreativität unter Beweis zu stellen.

Blogs sind Schaufenster. Die Kasse steht anderswo.

5. Gibt es ein Blogpost, auf das du besonders stolz bist?

Oma Utas alter Pflückersack mit Firmenemblem "Polar Helios"

Mit diesem Pflückersack fing es an

Einer meiner liebsten Blogposts ist „Recherche in Remscheid“. Das ist der wichtigste Teil einer Serie rund um die Polar Werke aus Remscheid-Hasten. Angefangen hat alles mit einer bebilderten Reparaturanleitung für Obstpflücker. Dann habe ich den Herstellernamen gegoogelt und festgestellt, dass die Polar Werke zwar auch Gartengeräte herstellten, aber einen vile höheren Bekanntheitsgrad als Hersteller von Schlittschuhen hatten. Ich nahm Kontakt zum Werkzeugmuseum in Hasten auf und rüttelte dort Erinnerungen wach. Auf der Durchreise zu einer Familienfeier suchte ich nach Spuren der ehemaligen Polarwerke.

Ein paar Wochen später fand ich jemanden in Illertissen, der mir mehr über den Obstpflücker sagen konnte: Wolfgang Hundbiss. Und ein Jahr später telefonierte ich mit Franz Luers, der Produktionsmittel, Altgeräte und die Marke kaufte und nun von Visbek aus Polar Gartengeräte verkauft.

Eine Firmenrecherche würde ich gerne wieder machen, vielleicht für ein Buchprojekt oder eine PR-Maßnahme

Produktionshalle der Polar Werke Engels & Sieper

Ehemalige Produktionshalle der Polar Werke Engels & Sieper

6. Welcher Artikel hat dir die meisten Leser eingebracht?

Der Begriff Leser passt nicht ganz. Ein Blogbeitrag mit Video ist am beliebtesten. Inzwischen haben über 500 Personen meinem Mann beim Trickbox-Bau zugesehen und sich meine etwas dümmlichen Fragen angehört1.
Mir gefallen meine alten Trickaufnahmen aus Super-8 Zeiten am Anfang des Videos am besten.

Der zweitbeliebteste Beitrag ist „Porsche Diesel und die selbstfahrende Bandsäge“.

7. Wenn du ein weiteres Blog starten würdest, was wäre dein Thema? Und warum?

Ab und an spiele ich mit dem Gedanken, die Themen Technikgeschichte und Industriegeschichte in ein eigenes Blog auszulagern. Denn oberflächlich betrachtet ist Industrie ja nicht ’slow‘. Tipps und Ratschläge, ob ein eigenes Blog sinnvoll wäre, sind willkommen.

8. Wen würdest du zu deinem Blogthema gerne einmal interviewen?

Über meine Interviewpartner kann ich mich nicht beschweren, nur tolle Menschen. Gerade fällt mir kein Promi ein, den ich nicht direkt zu fragen wage. Carl Honoré vielleicht?

9. Zuletzt gab es nach einem Urteil große Aufregung wegen der Einbindung von Stockphotos. Zuvor wurden heiße Diskussionen über die Verwendung von Coverbildern oder die Notwendigkeit von Impressen geführt. Hast du Angst, du könntest eines Tages wegen irgendwas abgemahnt werden, was du in deinem Blog tust oder unterlässt?

Ich habe noch nie Stockphotos verwendet. Ich nutze meistens eigene oder gemeinfreie Fotos, oder Pressefotos von Verlagen und Presseabteilungen. Trotzdem spiele ich ab und an das Thema Abmahnung in Gedanken durch und hoffe dann jedes Mal auf Tipps und Hilfe aus der Community.

10. Nutzt du einen Redaktionsplan oder bloggst du spontan nach Lust und Laune? Oder ganz anders?

Als Corporate Blogger für ein Unternehmensblog würde ich einen Redaktionsplan erstellen. Wenn das Blog nur ein Hobby oder ein Mittel zum Selbstmarketing ist, kann ein Redaktionplan den Spaß am Bloggen trüben. Im ungünstigsten Fall hat man nach dem Veröffentlichen das Gefühl, den Beitrag lieblos verfasst zu haben, nur um den Terminplan einzuhalten.

Inzwischen lasse ich lieber mal einen Blogpost ausfallen und veröffentliche erst, wenn ich zufrieden bin.

11. Welchen Rat würdest du einem Blogneuling mit auf den Weg geben?

Die Blogwelt ist groß. Wer darin über „gute“ und „schlechte Blogs“ urteilt, kennt oft nur seine eigene Nische und bewertet negativ, was ihm fremd erscheint. Stefan Niggemeier schreibt zum Beispiel ein wirklich mieses Backblog.

Meine Fragen

1. Kannst Du Dich an Deine Großeltern erinnern?

2. Was hast Du gerne mit deinen Großeltern gemacht?

3. Erinnerst Du Dich an ein Gerät, das Dich damals beeindruckt hat und das es heute nicht mehr gibt?

4. An welche Bräuche erinnerst Du Dich?

5. Als kleines Kind dachte ich, dass die Steinzeit 1900 endete. Bis ich ein Bild von 1900 sah, auf dem die Leute relativ normale Kleidung trugen. Wann wurde Dir bewusst, wie lang und vielfältig unsere Geschichte ist?

6. Ab und an schabe ich ausgewachsene Spatzen. Eine Spätzlepresse kommt mir nicht ins Haus. Gibt es etwas Umständliches, Altmodisches, das Du trotzdem machst?

7. Wie alt ist Dein ältestes Elektrogerät?

8. Was ist, oder wäre, Dir beim Gärtnern wichtiger: dass die Pflanzen Deinen Garten schmücken, oder dass sie essbar sind?

9. Gibt es ein Blogpost, auf das du besonders stolz bist? (Frage von Kinderohren)

10. Kannst Du Dir vorstellen, dass unsere Wirtschaft, ohne zu wachsen weiterbestehen kann? Wie könnte es funktionieren?

11. Was hat das Internet für Dich am meisten verändert? (eine Frage von sinnundverstand)

Laut Regelwerk soll die Fragenliste von zehn neuen Nominierten beantwortet werden. Zehn BloggerInnen, die den Award noch nicht verliehen bekamen, fallen mir beim besten Willen nicht ein.
Wem die Fragen gefallen und wer sie gerne beantworten möchte, darf dies gerne tun. Über einen Backlink freue ich mich sehr und werde die Antworten hier verlinken.

Tipp: Daniela Dreuths Beitrag rund um „Thüringer Weihnachtstraditionen„.

  1. Video-Statistik. Der Blogpost selbst hat mehr Zugriffe.

Autor: Alice Scheerer

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  1. Pingback: 11 Fragen an Wortakzente « Wortakzente

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