Gefunden am Greiner Eck: Heideflora und Lärmfeuer im Neckar-Odenwald

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Gefunden: Heideflora und Lärmfeuer im Neckar-Odenwald

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Mit jedem Meter den sich der Shuttle den Berg hocharbeitete, änderte sich die Landschaft. Die Laubbäume wurden weniger und die kräftigen Nadelbäume auch.

An ihre Stelle traten vertrocknete und umgeknickte Nadelbäume, Baumstümpfe und Heideflora mit Besenginster und Heidekraut. Kurz vor dem höchsten Punkt des Bergrückens, dem Greiner Eck, stiegen wir aus und wanderten zu Fuß weiter.

Die Wartezeit bis es dunkel wurde nutzten wir zum Rundumblick, zum genaueren Erkunden der Pflanzen und zum Beobachten der Vorbereitungen.

Rundumblick vor dem Lärmfeuer 2013 am Greiner Eck

Rundumblick vor dem Lärmfeuer 2013 am Greiner Eck

Im letzten Blogpost hatte ich angekündigt, dass wir am 06.04.2013 einen historisch belegten Lärmfeuerort1 aufsuchen wollten. Letztendlich besuchten wie jedoch die nächstgelegene Veranstaltung, das Gesamtfeuer des Hessischen Neckartals. Es wurde von der Freiwilligen Feuerwehr Grein, der Freiwilligen Feuerwehr Darsberg und der Freiwilligen Feuerwehr Neckarsteinach2 am Greiner Eck errichtet, direkt auf einem Abschnitt des Main-Stromberg-Wegs3.

Der Main-Stromberg-Weg am Greiner Eck

Der Main-Stromberg-Weg am Greiner Eck

Das Greiner Eck liegt im Grenzbereich der Städte Neckarsteinach, Hirschhorn (beide gehören zu Hessen) und Schönau (Baden-Württemberg).

Historisches

Ein wenig Historisches steckt aber auch hinter dieser Auswahl. Vor einigen Wochen, bei der kleinen Buchmesse im Neckartal, hatte mein Herzblatt ein Büchlein über den Ort Grein ergattert: Die Festschrift zum 675. Jubiläum, zusammengetragen von Maria Lilek-Schimer.

Zufallsfund auf der kleinen Buchmesse in Neckarsteinach: Die Festschrift

Zufallsfund auf der kleinen Buchmesse in Neckarsteinach: Die Festschrift

Aus dieser kann ich nun Folgendes zitieren:

Grein liegt im Buntsandsteinbereich des Odenwaldes und bezieht seinen Namen von diesem kargen, nicht sehr fruchtbaren geologischen Untergrund. „Grien“ ist ein mittelhochdeutsches Wort, bedeutet so viel wie „Grieß, Sand, Kies“ und meint die Verwitterungsprodukte des ausgewaschenen Buntsandsteins. Maria Lilek-Schirmer, 675 Jahre Grein, 2001

Grein entstand nach dem 12. Jahrhundert als Rodungssiedlung, zu einer Zeit, als der Odenwald noch zu 90% bewaldet war. Es war über Jahrhunderte hinweg ein sogenanntes Zinsdorf, d.h. kein Einwohner besaß das Land, das er bewirtschaftete. Jeder musste seinen Zehnten an den Lehnsherren abgeben.

Seit der Gebietsreform im Jahre 1971 gehört Grein, wie sein Nachbarort Darsberg4, zu Neckarsteinach. Im Jahr 2010 zählte Grein 154 Einwohner5.

Das Lärmfeuer am Greiner Eck

Das Lärmfeuer brennt .. und wird gut bewacht

Das Lärmfeuer brennt .. und wird gut bewacht

Der Bürgermeister von Neckarsteinach, Herold Pfeifer, erläuterte zunächst den neu belebten und umgedeuteten Brauch des Lärmfeuers und entzündete es sodann, exakt um 20:00.

Ob wir einen weiteren Teil der Signalkette erblickten oder eine Straßenlaterne, konnte nicht geklärt werden. Möglicherweise zeigt die folgende Aufnahme das Lärmfeuer in Rotenberg.

Lärmfeuer in Rotenberg, oder doch nur Straßenbeleuchtung?

Lärmfeuer in Rotenberg, oder doch nur Straßenbeleuchtung?

In Rotenberg wurden Weihnachtsbäume zur Ausrichtung des Lärmfeuers wiederverwendet. Die Eigenart dieses Wiederverwendens von Traditionellem ist ein relativ hohes, aber sehr kurz brennendes Feuer. Die Greiner verwendeten etwa zwei bis drei Stehr Feuerholz.

Von Rotenberg aus war das Greiner Feuer gut erkennbar 6.

Touristisches

Unterhalb des Greiner Eck liegt der Gruppen- und Jugendcampingplatz Kreuzschlag.

Alternativ zum Parkplatz Kreuzschlag aus angebotenen Shutte-Service hätten wir verschiedene Wege nehmen können:

  • Den Main-Stromberg-Weg
  • Den L3 von Langenthal7.
  • Verschiedene Wege aus dem Ulfenbachtal und Schönau bzw. Altneudorf.
  1. Eine (bisher nicht vollständige) Liste der Veranstaltungsorte ist hier zu finden.
  2. Zwei der beteiligten Feuerwehren haben auch Websites: Die Freiwillige Feuerwehr Grein und die Freiwillige Feuerwehr Neckarsteinach.
  3. zum Nachwandern: Der Main-Stromberg-Weg erstreckt sich von Frankfurt am Main zum Stromberg und ist gekennzeichnet durch ein rotes Quadrat. Auch der „Große Hasenpfad“ im Süden Frankfurts ist Teil dieses Wanderwegs. Mehr dazu hier.
  4. Die Website von Darsberg
  5. Quelle: Neckarsteinachs Eintrag bei Wikipedia
  6. Siehe Artikel im „Eberbach-Channel“.
  7. Langenthal bei Wikipedia.

Autor: Alice Scheerer

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3 Kommentare

  1. Feuer gesucht, #Heideflora gefunden! Unser Bericht aus dem #Odenwald: http://t.co/w1DoTkgD34 #lärmfeuer

  2. Wir waren am Ende der Welt und haben dort ein Feuer entzündet …
    http://t.co/LxZic2CGQR
    #oderSo

  3. Pingback: Was ist eigentlich ein Lärmfeuer?

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